15. Juli 2015

Abi in der Tasche und Lust auf Karriere?

Viele Schülerinnen und Schüler haben nach dem Abitur genug von trockener Theorie. Wer seine Ideen in die Tat umsetzen möchte, ist im Handwerk genau richtig. Das Ausbildungsjahr beginnt bereits im August. Für Kurzentschlossene gibt es aber noch rund 29.000 freie Ausbildungsplätze in über 130 Ausbildungsberufen.


Berlin, 15. Juli 2015 – Abi, und jetzt? Abiturienten sind kurz vor oder nach dem Abschluss oft orientierungslos oder haben sich noch keine Gedanken gemacht, was sie beruflich machen wollen. Bei der Frage, ob eine Ausbildung im Handwerk das Richtige ist, helfen die Berater der Handwerkskammern. Denn Abiturienten bietet das Handwerk viele Möglichkeiten, sich in spannenden sowie modernen Handwerksberufen zu verwirklichen.


Nach dem Abi ist vor der Ausbildung

„Ich zeige Abiturienten auf, wie vielfältig Handwerksberufe und Karrieremöglichkeiten sind. Wichtig für die Berufsfindung ist, dass sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erkennen und sich selbst die Frage stellen ‚Wo liegen meine Stärken?‘“, sagt Julia Mihajlovski, Berufsorientierungsberaterin der Handwerkskammer Stuttgart. Eine berufliche Ausbildung heißt, dass Abiturienten nicht nur mit anpacken, sondern auch ihre Kreativität und ihren Kopf einsetzen können. Zudem verdienen Auszubildende von Anfang an ihr eigenes Geld.


Ran an den Job

Auch Betriebe helfen Abiturienten bei der Suche nach einem passenden Handwerksberuf: „Zum einen bieten die Betriebe Praktika an. Zum anderen beraten und informieren sie junge Leute auf regionalen Berufsorientierungsmessen“, sagt Regina Falke, Vermittlerin und Ansprechpartnerin des Projekts „Passgenaue Besetzung von Auszubildenden“ der Handwerkskammer Bremen. Das Handwerk steht auch für Hightech und Modernität: Technik-Fans können als Feinwerkmechaniker Nanoseile für Marssonden herstellen und Design-Begeisterte nach der Ausbildung ihre eigenen Kollektionen auf den Laufsteg schicken. „Ich versuche, Abiturienten vor allem auch Nischenberufe vorzustellen, da diese den Jugendlichen oft nicht bekannt sind“, erklärt Falke.


Karriere mit dem Handwerk

Mit einer Ausbildung im Handwerk haben Abiturienten gute Karrierechancen: „Zum Beispiel können sie mit ihrem Abitur direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen und sind so in zwei statt in drei Jahren mit der Ausbildung fertig“, sagt Julia Mihajlovski. Außerdem können sie parallel zur Ausbildung eine Zusatzqualifikation erwerben: den Management-Assistenten. Als qualifizierte Fachkräfte sind Auszubildende im Handwerk in Deutschland wie im Ausland hochgefragt. Wer noch höher hinaus will: Der Meisterbrief bietet die Möglichkeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Und er ist gleichwertig mit einem Bachelor-Abschluss.


Ausbildung oder Studium? Beides gleichzeitig.

Studium an einer Hochschule und gleichzeitig eine Berufsausbildung im Handwerk – das bieten über 450 duale Studiengänge. Vor allem in den Bereichen Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften wird Nachwuchs gesucht. Am Ende der Ausbildung erhalten Absolventen neben dem Gesellenbrief auch einen Bachelorabschluss.


Beim trialen Studium „Handwerksmanagement“ erhalten Absolventen innerhalb von fünf Jahren gleich drei Abschlüsse: den Gesellen- und Meisterbrief sowie den akademischen Grad des Bachelor of Arts. Das bedeutet für Abiturienten eine optimale Vorbereitung auf Führungsaufgaben im Handwerk.


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