Die nächste Generation Jimmy Pelka

INTERVIEW MIT JIMMY PELKA

Nicht umsonst gilt der Firmengründer von PP-Perfomance als Chiptuning-Ikone.

Hand aufs Herz – warst du ein guter Schüler?

Was heißt "guter Schüler"? (lacht) In Mathe tatsächlich, das mochte ich immer. Ich denke schon, dass es wichtig ist, in der Schule aufzupassen. Aber wenn man merkt, der Job liegt einem und macht Spaß, dann wird man auch gut. Dafür muss man nicht studieren oder Abitur machen. Ich habe oft erlebt, dass Auszubildende von der Hauptschule besser sind als manche Abiturienten, weil sie einfach Spaß an der Sache haben.

Was kannst du den jungen Menschen über eine Ausbildung im Handwerk sagen?

Es fehlen definitiv Handwerker in Deutschland, sehr viele sogar. Viele entscheiden sich für Schichtdienst am Fließband, weil es da vermeintlich mehr Geld gibt, bereuen es aber dann. Wenn ihr euch ein Handwerk aussucht, das ihr liebt, schafft ihr es auch ganz nach oben!

Wie hast du angefangen zu tunen?

Es war eigentlich nicht so geplant. Früher habe ich mich eher fürs Skaten und so interessiert. Dann hatte ich Glück und habe jemanden kennengelernt, der in einer Tuningfirma gearbeitet hat. Im Winter 1999 hab ich denen beim Umzug geholfen und am Schluss boten die mir dann eine Ausbildungsstelle an. Geplant war das jedenfalls nicht. Ich stand dann vor der Wahl „Büro oder KfZ-Mechatroniker“ und wie man sieht, war das die beste Entscheidung meines Lebens.

Euer größter Standort ist ja in Abu Dhabi – wie kam es dazu?

Ich bin für einen früheren Arbeitgeber viel dort runtergefahren und habe dann 2006 meinen besten Freund und Geschäftspartner kennengelernt. Vitamin B ist immer wichtig, das darf man nicht vergessen. 2008 machte ich mich selbstständig und 2010 kamen dann so viele Aufträge aus den Emiraten, dass mir klar wurde: „Ich muss da runter.“

Hast du wirklich die Autos zu "Fast & Furious 7" getunt, also die Software geschrieben?

Naja, also ja, so ähnlich. Der Filmdreh war ja in Abu Dhabi, deswegen haben sie einfach die ganzen Fahrzeuge von uns bekommen. Das war eine Wahnsinnserfahrung und wir haben zwei Wochen mit denen gedreht. Im Film sieht es ja aus, als ob die Autos 300–400 km/h fahren – in Wirklichkeit mussten wir nicht so an unsere Grenzen gehen...

Würdest du mit Frau und Kindern nochmal zurück in die Emirate gehen?

Nun, Abu Dhabi ist klasse zum Arbeiten, aber zum Leben ist Deutschland doch schöner. Ich bin natürlich immer noch viel unterwegs – jetzt bald zum Beispiel drei Tage in Ghana. Da bin ich dann alleine. Wenn wir aber mal wieder vier Wochen nach Abu Dhabi müssen, dann kommt die Familie natürlich mit. Das ist auch gut für die Kinder. Ich denke immer, je mehr man von der Welt sieht, desto aufgeschlossener wird man.

Hättest du noch einen Tipp für die jungen Leute oder deinen Sohn?

Auf jeden Fall etwas mit Autos machen. Denn wer tunen will, muss wissen, wie die Dinger funktionieren und das lernt man eben am besten in einer Lehre. Und, ganz wichtig: immer dranbleiben. Es gibt mal härtere und mal leichtere Tage, aber wenn man merkt, dass es nach vorne geht, wird man auch motivierter und immer besser.

Du arbeitest ja mit vielen spannenden Kunden zusammen. Eine Anekdote?

Ach, egal ob Star oder Scheich, das sind wirklich auch alles nur Menschen, die es auch zum Teil überhaupt nicht leiden können, wenn man sich zu sehr bei ihnen einschleimt. Ich behandle grundsätzlich alle Menschen gleich, egal ob jetzt Millionär, Scheich oder Tuning-Fan aus meiner Heimatstadt. Wer eine Software möchte und für sie bezahlt, der kriegt sie auch von mir.

Was macht deinen Beruf zum Traumberuf?

Am Ende macht man es nicht wegen der Kohle, sondern wegen der zufriedenen Kunden. Wenn da dann jemand mit einem Lächeln vom Hof fährt, dann bin ich glücklich. Lieber mache ich wieder alles auf Serie zurück und gebe dem Kunden die Schlüssel wieder, als dass mir einer unglücklich vom Hof fährt.

Hast du jemals darüber nachgedacht, vielleicht den Job zu wechseln?

Machst du Witze?!

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