Die nächste Generation Die Rosinenpicker

INTERVIEW MIT DANA BEHNKE von "DIE ROSINENPICKER"

"Einen typischen Tag gibt es nicht!"

Dana Behnke ist in Kanada, als sie beschließt, ihren Job in der IT aufzugeben und sich von nun an den süßen Dingen des Lebens zu widmen. In ihrem Start-up „Die Rosinenpicker“ bäckt sie alles. Außer Rosinen.

Wie war es, zum ersten Mal in der eigenen Backstube zu stehen?

Sehr erleichternd, weil man endlich Platz hatte. Aber auch die erste Backstube wurde irgendwann zu klein und wir sind umgezogen.

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Einen typischen Tag gibt es nicht, weil wir jede Bestellung individuell herstellen. Mal arbeiten wir von morgens bis abends, manchmal haben wir aber auch schon mittags Feierabend. Ich mache aber dann meist noch weiter, um E-Mails zu beantworten, Rechnungen zu schreiben etc.

Was macht ihr anders als die anderen?

Der Kunde kann sich seinen Kuchen selbst auf unserer Website zusammenstellen, ganz nach seinem Geschmack, ohne Kompromisse. Und er wird dann frisch für ihn gebacken. Wir verbinden auf diese Weise Individualität mit traditionellem Handwerk. Das Ganze wird durch IT ermöglicht, somit sind wir die erste Online-Konditorei.

Wie wichtig ist es, aktuellen Trends zu folgen?

Da ich aus der IT-Branche komme, ist es mir als Unternehmensgründerin sehr wichtig, auf aktuelle Trends zu achten. Aber noch besser ist es natürlich, vorab Trends zu erkennen bzw. einen neuen Trend zu kreieren.

Zwei von euch waren im Ausland. Inwiefern hat das euer Handwerk beeinflusst?

Im Ausland unterwegs zu sein bzw. zu leben bereichert einen in allen Bereichen. Für mich und „Die Rosinenpicker“ bedeutet das, über den Tellerrand zu schauen, neue Geschmäcke auszuprobieren, neue Arten von Kuchen zu testen und ausländische Rezepte zu benutzen. Eben neue Dinge auf den deutschen Markt zu bringen.

Was hat sich im Konditoren-Handwerk in den letzten Jahren geändert?

Noch nicht besonders viel. Das liegt aber auch daran, dass der deutsche Kunde eher zurückhaltend ist, wenn es darum geht, selbst Neues auszuprobieren oder es beim Konditor einzufordern.

Du hast deinen Job im IT-Bereich damals aufgegeben. Was hast du im Handwerk gefunden, das du zuvor vermisst hast?

Das Ausschlaggebende für mich war die Selbstbestimmung. Ich wollte mal etwas Eigenes ausprobieren und schauen, ob ich für meine Idee auch andere begeistern kann. Am Handwerk selbst ist natürlich das Schöne, dass man sein Endprodukt sieht und auch dem Kunden sehr viel näher ist, seine Reaktionen also live miterleben kann.

Gibt es manchmal auch merkwürdige Anfragen?

Oh ja, die gibt es auf jeden Fall. Sollte die Anfrage so merkwürdig sein, dass es nicht schmeckt oder sie handwerklich nicht umsetzbar ist, beraten wir den Kunden aber und finden meist eine andere Lösung.

Was würdest du niemals backen?

Ich bin kein großer Fan von Fondant und Motivtorten bzw. das passt nicht in unser Konzept.

Erzähl mal von eurem spannendsten Projekt!

Spannend finde ich immer wieder Hochzeitstorten, weil da ein klein wenig Nervenkitzel dabei ist, von der Zusammensetzung der Torte über die Lieferung bis hin zum Anrichten. Meist kennt man die Bedingungen vor Ort und auch das Brautpaar nicht, so dass es immer wieder eine Überraschung ist, wo man letztendlich die Torte zusammensetzt.

Welche Rolle spielen Social Media bei euch?

Auch wenn ich es anfangs nicht glauben wollte, aber Social Media, insbesondere Instagram, sind sehr wichtig für uns und funktionieren super, um unsere Message und unsere Brand bekannt zu machen.

Du hast deinen festen Job damals aufgegeben, um ein Start-up zu gründen. Bereust du irgendwas?

Nein, absolut gar nichts.

Womit überraschst du uns als Nächstes?

Mit neuen Kuchenkreationen, die in Deutschland noch nicht so üblich sind.

Was macht deinen Beruf zum Traumberuf?

Dass ich machen kann, was ich möchte, dass ich von leckeren Kuchen umgeben bin und dass es schön ist, etwas Eigenes zu kreieren.

Du hast nach deinem Quereinstieg innerhalb kürzester Zeit deine Meisterprüfung absolviert. Wie wichtig war dieser Abschluss für dich und was hast du dadurch gelernt?

Im Handwerk ist man ja etwas strenger als in anderen Berufen. Dort muss man solch eine Prüfung ablegen, um überhaupt die Erlaubnis zu bekommen, eine Konditorei zu eröffnen. Ohne die Prüfung wäre all das nicht möglich gewesen.

Vervollständige folgenden Satz: Die Zukunft wird ...

... herausfordernd und anstrengend. Als Start-up lernt man permanent, aber dadurch wird’s auch kunterbunt und wunderschön.

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