Die nächste Generation Christine Genesis

INTERVIEW MIT CHRISTINE GENESIS

Uhrmachermeisterin zu werden, war schon früh der Wunsch von Christine Genesis. Doch ging es ihr nicht nur darum, Reparaturarbeiten auszuführen, sie wollte Uhren nach eigenen Entwürfen selbst fertigen.

WAS BEDEUTET ZEIT FÜR DICH?

Zeit ist für mich eine messbare Größe für die Orientierung im Alltag, besonders im Arbeitsalltag. Im Urlaub vergesse ich die Zeit meistens.

Weißt du mittlerweile intuitiv, wie spät es ist?

Mittlerweile klappt die intuitive Zeitwahrnehmung gut, z.B. meldet sich zuverlässig gegen Mittag mein Magen und ich weiß dann, es ist ca. 12.30 Uhr.

Wann wusstest du, dass du ins Uhrmacherhandwerk einsteigen willst und was fasziniert dich daran?

Ich habe schon als Jugendliche gemerkt, dass mich Armbanduhren immer wieder ansprechen. Und zwar nicht nur die Mechanik des Uhrwerkes, sondern auch die Gestaltung der ganzen Uhr. Von Anfang an hatte ich die Idee, eigene Armbanduhren herzustellen.

Was braucht man, um in deinem Beruf erfolgreich zu sein?

Leidenschaft und etwas Talent – gemeint ist damit das gewisse Händchen für Feinmechanik.

Immer weniger junge Menschen wollen ins Handwerk. Möchtest du der nächsten Generation irgendetwas mit auf den Weg geben?

Ich bin davon überzeugt, dass das Handwerk in vielen Bereichen noch lange benötigt wird und somit gute Zukunftsaussichten hat. Nicht alles lässt sich automatisieren, somit wird der Bedarf an guter handwerklicher Arbeit sogar noch steigen.

Gibt es Vorurteile über deinen Job, mit denen du gern mal aufräumen würdest?

Eigenbrötlerisch, muffig und verstaubt. Dies stimmt ganz und gar nicht. Es gibt einige junge Uhrmacherinnen und Uhrmacher, die sehr kreativ sind.

Luxus-Uhren sind total im Trend. Was glaubst du, woran das liegt?

Ich glaube, dass in unserer hochtechnisierten Welt die Wertschätzung für Präzision der Mechanik in Verbindung mit edlen Materialien wieder geschätzt und vermehrt wahrgenommen wird.

Deine Arbeit erfordert präzise Genauigkeit. Nimmst du es privat auch so genau?

Oh ja!! Ich glaube, dass meine persönliche Grundstruktur sehr auf Disziplin und Genauigkeit ausgelegt ist. Das hilft mir oft in den verschiedensten Situationen im Alltag.

Was ist das Schwierigste an deinem Beruf? Was das Schönste?

Das Schwierigste ist, einen Fehler zu finden, den man nicht mit den gängigen Methoden findet.
Das Schönste, wenn ein Kunde sich über eine meiner Uhren lobend äußert, und das auch noch nach vielen Jahren!

Was bedeutet es, sich als Frau im Handwerk zu behaupten, und welchen Rat würdest du anderen jungen Frauen mit auf den Weg in die Selbständigkeit geben?

Mit dem Wissen um die eigenen Stärken wächst das Selbstbewusstsein – das hilft einem, sich zu behaupten. Wenn man den Willen hat und eine Vision, dann wird man als Selbständige auch erfolgreich sein.

Was bedeutet Erfolg für dich?

Antrieb für neue Herausforderungen!

Wann warst du das letzte Mal im Urlaub?

Etwa vor 1 ½ Jahren. Als Selbständige kann ich mir aber immer kleine Urlaube gönnen, ich kann meine Zeit frei einteilen, das heißt, auch mal für ein paar Stunden das schöne Wetter oder andere Dinge genießen, wenn andere arbeiten müssen.

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