Infos für Betriebe

„UNSERE ARBEITGEBERMARKE IST EIN WICHTIGER BAUSTEIN“

Matthias Schultze ist mit seinem Betrieb auf fast allen digitalen Kanälen unterwegs – ein Muss, um neue Kunden und Fachkräfte zu gewinnen. Im Interview erzählt der Maler- und Lackierermeister, wie er die vielfältigen Möglichkeiten des Social-Media- und Online-Marketings in seinem Betrieb nutzt.

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Wer Ihren Malerbetrieb googelt, findet nur positive Rezensionen, die Sie auch alle beantwortet haben. Wie wichtig ist Ihnen das digitale Feedback Ihrer Kunden?
Die Reputation unseres Betriebes ist uns digital und analog sehr wichtig. Wir arbeiten mit einer Plattform für das Einholen von Kunden-Feedback zusammen und fragen die Zufriedenheit regelmäßig ab. Das hat gleich mehrere Vorteile: Potenzielle Kunden nehmen Rezensionen als Grundlage für Kaufentscheidungen. Aber auch Internetnutzer auf Jobsuche nehmen uns positiv wahr: Wir haben kaum Fachkräftemangel.

Was gab den Ausschlag, sich mit Social Media und Online-Marketing zu befassen?
Schon seit meiner Ausbildung nutze ich die vorhandenen Möglichkeiten des Internets. Gab es neue Optionen, fragte ich mich, welche Vorteile mein Unternehmen daraus ziehen kann und probierte es aus. Der große Vorteil am Internet: Wir kommunizieren nicht nur einseitig Infos an unsere Kunden, sondern erhalten auch direkt Feedback. Wir hören, was ihnen wichtig ist. Zum Beispiel über Kommentarfunktionen. Als die ersten sozialen Plattformen entstanden, fingen wir auch hier an, unsere Services und Stories zu erzählen. Geholfen hat mir mein unermüdlicher Drang und Mut, Neues auszuprobieren. Man muss schon bereit sein, Fehler zu machen, sonst kann man nichts lernen.

Twitter, Pinterest, Facebook, Instagram, YouTube: Wie schaffen Sie es, auf den unterschiedlichen Plattformen präsent zu sein?
Das ist keine Zauberei oder die Anhäufung von noch mehr Arbeit. Die Lösung liegt in der klaren Entscheidung, Aufgaben zu delegieren. So mache ich mich frei von Dingen, die ich nicht machen muss und habe als Chef Zeit, unser Social-Media-Marketing selbst zu pflegen.

Wie binden Sie Ihre Mitarbeiter ein?
Mein Team liefert Bildmaterial und Stories direkt von der Baustelle, die ich dann in Blogartikeln und/oder kurzen Posts auf Facebook, Instagram und Co. verbreite. Außerdem hält mir mein Team auch den Rücken frei, um selbst Bilder und Stories einzufangen. Darüber hinaus binde ich mein Team sehr oft in die Beiträge mit ein: Ich erzähle unseren Lesern davon, wie es mich begeistert, was unsere Mitarbeiter Tolles tun. Das allein liefert schon Unmengen an Content. Wichtig dabei natürlich: Jeder Mitarbeiter hat sein schriftliches Einverständnis gegeben, dass er auf Fotos und in Videos für die sozialen Netzwerke zu sehen ist.

Sie betreiben seit mehreren Jahren auch einen Blog, der über die Firmenwebsite zu erreichen ist. Welche Themen greifen Sie auf?
Spannende Themen rund um unsere Projekte, Teams, Menschen, mein Netzwerk ‚Mein Maler‘ und verwandte Themen wie Gestaltung. Aber auch emotionale Themen, die mich selber beschäftigen. Das können dann auch Gedanken und Geschichten sein, die politisch sind und anecken. Mir ist es wichtig, Haltung zu zeigen! Mit solch diskutierten Themen erzeuge ich auch immer viel Aufmerksamkeit. Die Beiträge regen zum Nachdenken an und viele Leute teilen sie, weil die Themen Emotionen auslösen.

Positiver Nebeneffekt eines Blogs: Sie können ihn zur Suchmaschinenoptimierung nutzen. Denn hier ist Raum für Inhalte, die auf Ihrer Webseite keinen Platz haben, die aber für Ihre Besucher interessant sind. Z. B. können Sie einen Blog mit Hintergrundinfos, Anleitungen, Tipps und Tricks, News und mehr füllen. Weitere Infos zur Suchmaschinenoptimierung lesen Sie in diesem Beitrag der „Infos für Betriebe“.

Wer liest Ihren Blog und welche Rückmeldungen bekommen Sie?
Ich kenne natürlich nicht jeden Einzelnen mit Namen. Es sind Menschen wie du und ich, potenzielle Kunden, Partner, Freunde, Familie und Menschen, die neue Gestaltungen suchen. Natürlich auch viele aus der eigenen Branche. Wir sind einer der ersten bloggenden Handwerksbetriebe und wollen dafür sorgen, dass das Handwerk Anerkennung erfährt. Das kommt auch sehr gut bei den Lesern an.

Wie gehen Sie bei der Suche nach Fachkräften und Auszubildenden vor?
Wir haben keine Probleme, neue Mitarbeiter zu finden. Unser digitales und analoges Handeln macht uns auch für Nachwuchs und Fachkräfte attraktiv. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel so viele Bewerber für die Ausbildung, wie noch nie. Selbst für das kommende Jahr sind fast alle Ausbildungsplätze vergeben. Bei den Fachkräften ist es in 2019 ähnlich gewesen.

Wie wichtig ist Ihnen der Aufbau einer Arbeitgebermarke? Haben Sie eine Strategie?
Auch bei uns ist die Arbeitgebermarke ein wichtiger Baustein, um auch in Zukunft potenziellen Mitarbeitern einen perfekten Hafen anzubieten. Unternehmen müssen sich attraktiv für Nachwuchs und Fachkräfte gestalten!

Aber auch für Kunden und potenzielle Neukunden ist die Gestaltung unseres Betriebs als Marke wichtig. Heute geht es nicht mehr um den günstigsten Preis. Es geht um Leidenschaft, Emotionen, wertorientiertes Handeln, nachhaltige Investitionen. In diesem Punkt können Handwerksbetriebe sich auch unter digitalen Anbietern positiv hervorheben: Online-Unternehmen können nur schwer Emotionen vermitteln. Hier heißt es, als Handwerksunternehmer im Kopf umzudenken und neue Wege zu finden. Nur wer bereit ist, sich zu verändern, wird auch in Zukunft bestehen. 

Die Markenbildung unseres Unternehmens hat sich stark verändert. Indem wir digital unterwegs sind, nehmen uns alle Zielgruppen besser wahr. Eine Strategie haben wir nicht. Stattdessen ist unser täglicher Aufgabenbereich „das Drehbuch“. Damit fahren wir gut.

Wie sehen Ihre Social Media- und Online-Marketing-Aktivitäten in fünf Jahren aus?
Diese werden noch raffinierter, emotionaler und packender!

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