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SOCIAL MEDIA? ROUTINE FÜR DIE MITARBEITER!

Sind Sie bislang der Ansicht, dass ein Firmenauftritt auf Facebook zu viel Zeit kostet? Dass Instagram von der alltäglichen Arbeit abhält? Und dass Social-Media-Kanäle Chef-Sache sind? Das sieht Stuckateurmeister Michael Christmann anders. Der Geschäftsführer von Stuck-Belz bindet dafür seine Mitarbeiter ein. Im Interview erzählt er, wie das geht:

Wie binden Sie Ihre Mitarbeiter bei der Betreuung Ihrer Social-Media-Kanäle ein?
Meine Firma ist auf Facebook, Instagram und YouTube präsent und wir schreiben unseren eigenen Blog. Die Mitarbeiter können alles auf unseren Social-Media-Kanälen übernehmen: Sie erstellen Posts, antworten auf Kommentare und Nachrichten und haben Ideen für neue Beiträge. Das geht bei uns alles auf kurzem Dienstweg. Meine Mitarbeiter haben die gleichen Zugriffsrechte wie ich. Lediglich die Grundeinstellungen und Kanalbeschreibungen unserer Kanäle übernehme ich allein.

Welche Vorteile haben Sie durch die Einbindung Ihrer Mitarbeiter für die Social-Media-Pflege?
Der größte Punkt ist wohl die Übergabe der Verantwortung. Ich vertraue den Mitarbeitern an, aktiv die Social-Media-Arbeit der Firma zu gestalten. Das ist für sie etwas Besonderes. Inzwischen muss ich mich an unserer Facebook-Seite kaum noch beteiligen. Ich gebe lediglich ab und an den Hinweis, dass wir mal wieder einen Beitrag machen könnten. Aktuell erscheint auf unseren Social-Media-Kanälen mindestens einmal in der Woche etwas Neues. Auf die vielen Jahre betrachtet, sind das inzwischen sehr viele Posts – denn wir sind bereits seit 2011 in den sozialen Medien aktiv.

Wie funktioniert das genau?
Wenn meine Mitarbeiter die Idee für einen Instagram- oder Facebook-Post haben, schicken sie mir das Bild mit ihrem Textvorschlag auf mein Handy. Aus unseren Erfahrungen wissen sie, welche Inhalte funktionieren. Die Vorschläge nicke ich kurz ab. Anschließend veröffentlichen die Mitarbeiter den Post selbst. Ich lasse es mir vorher zeigen, damit kein unsinnig formulierter Satz oder ähnliches veröffentlicht wird. Außerdem achte ich auf einige selbstverständliche Dinge, z. B. dass niemand in einer unangenehmen Situation gezeigt wird. Auch meine Mitarbeiter haben dafür mittlerweile ein gutes Gefühl entwickelt.

Welche Inhalte veröffentlichen Sie denn auf Ihren Kanälen?
Auf unseren Social-Media-Kanälen versuchen wir, unseren Beruf aus einer anderen Perspektive zu präsentieren. Und damit neue Kunden, Mitarbeiter und Auszubildenden neugierig zu machen. Wir zeigen hauptsächlich unsere Arbeit auf den Baustellen. Häufig veröffentlichen wir Bilder, die sowieso bei unserer alltäglichen Dokumentation entstehen. Denn dabei entdecken wir oft einen witzigen Schnappschuss, der vielleicht für die Dokumentation nicht erforderlich ist, aber in einem Social-Media-Profil gut ankommt. Diese Eindrücke machen unsere Arbeit vor allem für andere Handwerker interessant – und sie bekommen Lust, bei uns zu arbeiten. Wir haben schon eine ganze Reihe Mitarbeiter und Auszubildende, die wir ohne diese Kanäle nicht hätten.

Wie läuft die Beantwortung von Kommentaren und Nachrichten?
Darauf antwortet derjenige, der es als erstes sieht. Wenn es einen Kommentar auf einen Facebook-Post gibt, werden aktuell vier Leute benachrichtigt. Das verkürzt extrem die Antwortzeiten und ist schneller, als würde nur einer reagieren. Ein weiterer Vorteil, der durch die Einbindung der Mitarbeiter entsteht.

Wie viel Zeit kostet Sie das alles?
Mittlerweile ist bei uns eine Routine entstanden. Dadurch macht ein Post nicht mehr Arbeit als eine Nachricht an einen Kollegen zu schreiben. Natürlich trifft das auf ein aufwendig produziertes YouTube-Video nicht zu. Aber auf den Kanälen, auf denen es um Bilder oder kurze Beiträge geht, dauert jeder Post nur wenige Minuten. Das läuft während der normalen Arbeitszeit mit.

Welche Tipps haben Sie für Handwerksbetriebe, um ihre Mitarbeiter bei der Betreuung von Social Media einzubinden?
In wohl jedem Betrieb gibt es jemanden, der auf irgendeinem Social-Media-Kanal besonders aktiv ist. Genau denjenigen sollte man von Anfang an mit ins Boot holen, um ihm die Social-Media-Betreuung zu übertragen. So habe ich es auch gemacht. Natürlich braucht das Vertrauen. Vor allem zu Beginn sollte man auf alles ein Auge habe. Damit die Mitarbeiter nicht irgendetwas schreiben, bei dem man das Gefühl hat, man würde es lieber nicht sagen wollen.

Sie haben selbst Lust zu zeigen, wie Sie junge Menschen für das Handwerk gewinnen? Wir freuen uns über eine Kurzvorstellung Ihrer Aktivitäten. Bitte schicken Sie sie an: infosfuerbetriebe@handwerk.de (Ihre Ansprechpartnerin: Denise Carstensen).

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