Infos für Betriebe

„DER MEHRAUFWAND MACHT SICH BEZAHLT“

Moderne Handwerksbetriebe jonglieren heutzutage nicht nur Aufträge, Kundenwünsche und Baustellen, sondern auch noch Social-Media- und Online-Marketing. Dass vieles Hand in Hand geht, beweist Eugen Penner von der Dachdeckerei und Zimmerei ZEP-TEAM. Wir wollen wissen, wie er seinen Betrieb erfolgreich vermarktet und wie er Instagram und Co. nutzt.

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Die Auftragsbücher der meisten Handwerker und Handwerkerinnen sind zur Zeit gut gefüllt. Theoretisch könnte man daher doch auf Social Media verzichten, oder? Warum tun Sie es trotzdem nicht?
Für uns ist Social Media nicht nur für die Auftragsbücher wichtig, sondern auch um Nachwuchs zu finden und unserem Unternehmen Sichtbarkeit zu verleihen. Wir möchten zeigen, was wir tun und andere Leute dafür begeistern.

Welche Kommunikationskanäle nutzen Sie wie für Ihren Betrieb?
Wir bespielen YouTube mit Videos, die wir meistens im Zeitrafferformat von unseren Baustellen machen, um die Fortschritte und Vielfalt unserer Arbeit zu zeigen. Seitdem wir einen Kran haben, fährt die Kamera auch oft dort mit und zeigt die Baustelle aus der Vogelperspektive.

Facebook und Instagram nutzen wir, um unseren „Fans“ zu zeigen, was wir machen. Über die beiden Plattformen können wir auch ein überregionales Netzwerk schaffen, da wir Personen erreichen, die uns bisher nicht kannten. Privat bin ich auch noch auf Xing anzutreffen. Auf unserer Internetseite bieten wir eine Chat-Funktion an, damit unsere Kunden Kurznachrichten verschicken können – z. B. um einen Rückruf zu erbitten.

Wie sind Sie in die große Welt des Online-Marketings gestartet?
Zunächst haben wir eine Internetseite erstellt. Für uns war es ganz wichtig, eine professionelle Seite zu haben, damit sich potenzielle Kunden ein Bild von einem jungen Unternehmen – wie wir es sind – machen können. Dann sind die Accounts auf den Social-Media-Plattformen hinzugekommen. Je professioneller der Auftritt dann betrieben wird, desto mehr Ressourcen – monetär und personell – muss man investieren. Später haben wir angefangen, in SEO zu investieren und Anzeigen (Ads) zu buchen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Online-Marketing und Social Media? Möchten Sie eher neue oder bestehende Kunden, potenzielle Mitarbeiter oder Azubis ansprechen?
Generell möchten wir alle Personenkreise ansprechen. Neue Kunden, um zu zeigen, was wir können und um ihnen Ideen zu liefern. Bestehende Kunden, um sie an ihren Bauvorhaben medial teilhaben zulassen. Ich meine, wer schaut nicht gerne beim Fortschritt seiner eigenen Baustelle zu und hat später ein cooles Video davon? Außerdem möchten wir auch neue Mitarbeiter und Azubis gewinnen. Heutzutage ist es schwierig, Fachkräfte zu bekommen. Daher bilden wir unsere Fachkräfte selber aus und versuchen uns auch von unseren Mitbewerbern abzuheben. Wir möchten also potenziellen neuen Mitarbeitern zeigen, dass wir ein innovativer Betrieb sind und viel Spaß haben, bei dem was wir tun. Das ist sicherlich attraktiv.

Gibt es Unterschiede auf den Kanälen bzgl. Inhalten, Häufigkeit der Veröffentlichungen usw.?
YouTube bespielen wir in der Regel einmal in der Woche mit einem neuen Video. Bei Facebook und Instagram versuchen wir jeden Tag etwas zu veröffentlichen – ob nun über die Story-Funktion oder im Feed.

Sie suchen die wichtigsten Infos, wie sie mit ihrem Betrieb auf Instagram starten können? Tipps und Tricks erhalten Sie in diesem Artikel.

Worauf legen Sie bei Ihrem Social-Media-Auftritt besonders Wert? Wie heben Sie sich von anderen Betrieben ab?
Allein, dass wir so stark auf den Social Media Kanälen vertreten sind, hebt uns von anderen Handwerksbetrieben ab. Wir möchten, dass unsere Beiträge authentisch sind und das widerspiegeln, was wir machen. Wir sind professionell, haben ein gepflegtes Auftreten und sind mit Leib und Seele Handwerker. Deswegen muss nicht jeder Beitrag perfekt sein.

Wie holen Sie sich Unterstützung bei Ihrem Online-Marketing und Ihrer Social-Media-Arbeit? Wie binden Sie Ihre Mitarbeiter ein?
Unsere Mitarbeiter unterstützen uns. Sie machen Kurzvideos und Fotos von den Baustellen, wie z. B. Vorher-Nachher-Fotos. Sie nehmen aber auch eigene Beiträge auf, wenn z. B. ein neues Werkzeug ausprobiert wird oder wenn der Kunde eine Runde Eis ausgibt. Zudem haben wir einen Dienstleister, der uns im Bereich SEO, bei der Website und beim Schneiden des Videomaterials unterstützt. 

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von Kunden? Wie gehen Sie mit Kritik oder negativen Bewertungen um?
Wir lernen aus konstruktiver Kritik. Dadurch kann man sich immer verbessern. Die Reaktion ist generell aber gering. Mehr in Form von Likes und Herzchen als durch Kommentare.

Welchen Rat geben Sie Kollegen und Kolleginnen, die den Einstieg in das Online-Marketing wagen wollen?
Zunächst sollte man sich entscheiden, welche Kanäle man bespielen möchte. Dann sollte man ein Konzept erstellen, wie viel Zeit in welchen Kanal investiert werden soll. Wichtig ist aber die Frequenz. Lieber einen Kanal regelmäßig bespielen, als jeden nur halbherzig.

Ohne welches Tool können Sie im Social-Media-Bereich nicht leben?
Momentan ist Instagram für uns am Wichtigsten, weil man hier viel mehr Menschen erreicht, als durch andere Kanäle. Außerdem findet man hier selbst Inspiration, ein hohes Maß an Kreativität, Interaktivität und einen neuen Blickwinkel. Der Mehraufwand steht in einem sehr guten Verhältnis zu den vielen Vorteilen.

Sie haben selbst Lust zu zeigen, wie Sie junge Menschen für das Handwerk gewinnen? Wir freuen uns über eine Kurzvorstellung Ihrer Aktivitäten. Bitte schicken Sie sie an: infosfuerbetriebe@handwerk.de.

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