16. November 2015

Aus dem Hörsaal in die Werkstatt: 30 Prozent brechen Studium ab

Knapp 30 Prozent der Bachelor-Studenten verlassen ohne Abschluss die Universität. Nicht für jeden ist ein Studium der richtige Weg. Wer aussteigt, steht vor der Frage, wie es weitergehen soll. Eine Ausbildung im Handwerk kann eine gute Alternative sein. Ehemalige Studienaussteiger berich-ten, wie sie im Handwerk ihre Erfüllung gefunden haben.


Berlin, 16. November 2015 – Mehr als 500.000 Studenten beginnen jährlich ein Studium, Tendenz weiter steigend. Zu Semesterbeginn sind die Hörsäle prall gefüllt. Für ihren Wunschstudienplatz nehmen einige junge Menschen sogar lange Wartezeiten in Kauf. Nur etwas mehr als Zweidrittel halten aber bis zum Ende durch. Knapp 30 Prozent verlassen die Uni ohne Abschluss.


Die wichtigsten Gründe für den Studienausstieg sind unter anderem Leistungsprobleme, finanzielle Engpässe, mangelnde Motivation und fehlender Praxisbezug – so eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).


Sara Pukall kann diese Beweggründe aus eigener Erfahrung bestätigen: „Ich konnte mir nicht vorstellen, welchen Beruf ich nach dem Studium ausüben sollte. Mir fehlte der Praxisbezug“, berichtet die 26-Jährige, die nach zehn Semestern aus dem BWL-Studium ausstieg und heute zufriedene Goldschmiedin ist.


Auch Benjamin Steffen kennt Studienfrust nur zu gut: „Die höhere Mathematik im Maschinenbaustudium war nicht mein Ding. Schon am Ende des ersten Semesters wusste ich, dass das mit dem Studium nichts wird“, sagt er. Als Metallbau-Meister und Betriebsinhaber bildet er heute junge Men-schen aus.


Sara und Benjamin sind zwei von tausenden jungen Menschen, die jährlich feststellen, dass das Studium nicht das Richtige für sie ist. Doch was machen diejenigen, die frühzeitig aus dem Studium aussteigen? Viele von ihnen schlagen sich ohne konkreten Berufsabschluss auf dem Arbeitsmarkt durch – die Einen mit mehr, die Anderen mit weniger Erfolg. Gerade einmal rund 31 Prozent der Aussteiger aus Bachelor-Studiengängen beginnen laut DZHW eine Ausbildung. Dabei bietet das Handwerk Studienaussteigern attraktive Ausbildungsplätze in über 130 Berufen mit viel Praxis, eigenem Gehalt und guten Aufstiegschancen.


Studienaussteiger haben dabei sogar die Möglichkeit, die Ausbildung von drei auf zwei Jahre zu verkürzen. Wenn sie im Anschluss den Meisterbrief machen, haben sie zudem einen Abschluss in der Tasche, der dem Bachelor gleichgestellt ist.


Bei der Entscheidung für den passenden Handwerksberuf helfen die Berater in den Handwerkskammern in den Regionen. Speziell für Studienaussteiger bieten einige Handwerkskammern in Kooperation mit Universitäten und Betrieben vor Ort Beratung an, beispielsweise zur verkürzten Ausbildung und zu passenden Handwerksbetrieben.


Der Weg vom Hörsaal in die Werkstatt ist bei vielen unglücklichen Studenten aber noch nicht hinreichend bekannt. Gemeinsam mit sechs weiteren ehemaligen Studienaussteigern, die erfolgreich und glücklich im Handwerk gelandet sind, wollen Sara Pukall und Benjamin Steffen das ändern: Sie wollen junge Menschen, die mit ihrem Studium hadern, für eine Karriere im Handwerk begeistern und ihre Erfahrungen teilen. Kurze Videosequenzen zeigen die Acht als „Helden des Handwerks“ ab dem 16. November bundesweit an Gebäudefassaden rund um Universitäten sowie auf www.handwerk.de/walloffame, auf Facebook, YouTube, Instagram und weiteren Websites.


Was raten die „Helden des Handwerks“ unzufriedenen Studierenden? „Wenn ihr mit eurem Studium unglücklich seid, hört auf. Verschafft euch einen Einblick in einen Beruf, den ihr euch vorstellen könntet, zum Beispiel mit einem Praktikum in den Semesterferien“, so Sara Pukall. Und Benjamin Steffen ergänzt: „Ein Studium durchzuziehen, hinter dem man nicht steht, ist nicht sinnvoll. Auch wenn Eltern womöglich anders denken und meinen, dass man mit einem Studium mehr verdient. Im Handwerk gibt es so viele gute Chancen, erfolgreich zu sein“


Weitere Informationen:

Bildmaterial und Interviews mit den acht Handwerkern hier.
Die Videos mit den acht Handwerkern, Infos zum Studienausstieg und zur Ausbildung im Handwerk sowie zu Kooperationsprojekten der Handwerkskammern mit Universitäten: www.handwerk.de/walloffame
Freie Lehrstellen im Handwerk: www.lehrstellen-radar.de
Facebook-Seite „Das Handwerk“ www.facebook.com/handwerk


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