Selina
Friseurin

Interview

Die Videos sind sehr humorvoll und witzig gestaltet. Welcher ernste Hintergrund steckt dahinter?

Wir zeigen den Menschen mit den Videos den Unterschied zwischen Massenware und Handwerksprodukten, indem wir – zwei erfahrene Handwerker aus unterschiedlichen Gewerken – sie testen. So wollen wir zeigen, dass das individuelle, in Handarbeit hergestellte Produkt mehr wert ist – und den Verbrauchern auch mehr wert sein sollte.

Wozu soll der Verbraucher mit den Videos animiert werden?

Die Menschen sollen sich wieder darauf zurückbesinnen, was das Handwerk alles bietet. Mit der Aktion sagen wir: „Schaut mal, was es neben Massenware noch alles gibt.” Die Stichworte Individualität und Kreativität sollten bei Verbrauchern wieder in den Vordergrund rücken.

Masse statt Klasse: Wie würdest du den Trend beschreiben, dass immer mehr Menschen billige Massenware kaufen, die dann z. B. nicht lange hält?

Auf kurz oder lang wird es so kommen, dass Menschen wieder auf individuelle Produkte zurückgreifen. Dinge sollen wieder einen Wert haben, lange halten und über Jahre zufriedenstellen. Schon heute kaufen ja viele Menschen “Vintage”, also alte Dinge, die gut erhalten sind. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Massenware wird von Qualitätsprodukten abgelöst werden. Ich selbst besitze auch Möbelstücke, die über dreißig Jahre alt sind.

Was ist das Besondere an Handwerksprodukten?

Handwerksprodukte zeichnen sich durch Handarbeit aus. Sie wurden individuell kreiert und sind zuverlässig. Auch Vertrauen spielt eine Rolle. Dass die Menschen auf die Qualität des Handwerks vertrauen, wird an der Dienstleistung sichtbar. Zum Beispiel beim Schornsteinfeger: Man lässt nicht jeden in sein Haus. Oder auch bei Friseuren: Man lässt nicht jeden an seine Haare.

Zeig Massenware, was Klasse ist: Wie sieht Qualität in deinem Beruf aus?

Bei uns im Laden bekommt jeder eine individuelle Beratung und auch eine Kopf-Nacken-Massage. Ein Schnitt dauert bei mir mindestens eine Stunde. Ich nehme mir Zeit für den Kunden, damit dieser sich wohl fühlt. Das macht für mich Qualität im Friseurhandwerk aus – und das kann keine Maschine.

Warum hast du dich damals für eine Ausbildung im Handwerk entschieden?

Ich wollte etwas Kreatives und Handfestes lernen. Einen Beruf, aus dem ich was machen und auf dem ich aufbauen kann. Im Moment mache ich nicht nur Haare, sondern auch Make-up. Mein Handwerk kann ich in vielen Bereichen anwenden.

Am Set war doch ziemlich viel los: Was war das für ein Gefühl, vor der Kamera zu stehen und billige Massenware gegen Handwerksprodukte zu testen?

Am Set war es immer sehr lustig. Für mich war es etwas Besonderes, weil ich ja eigentlich hinter der Kamera arbeite. Aber auch die Zusammenarbeit mit Konstantin hat eine Menge Spaß gemacht.

Bei den Tests zeigten die Handwerksprodukte immer gleich ihre Qualität. Ich fand es vor allem interessant, wie die Massenware abgeschnitten hat. Die Produkte sind teilweise zerbrochen und wurden schon während des Drehs unbrauchbar.

Was war dein bester Moment am Set?

Mein bester Moment war, als ich die handgefertigte Gitarre ausprobieren durfte. Da hielt ich eine Arbeit in den Händen, die sicher Tage gedauert hat und für die jemand sehr viel Mühe aufgebracht hat. Zusätzlich war natürlich die Action toll, wir hatten Wind und Nebel am Set. In dem Moment war ich voll in meinem Element. Das war mein Highlight.

Wer hat’s von euch beiden mehr drauf? Meister oder Gesellin?

Ich würde sagen, der Meister, Herr Blonski, war der Macher. Ich war seine ausführende Assistentin. Wir waren ein super Team.

Mit welchen drei Worten würdest du den Dreh zusammenfassen?

Lustig, aktionsgeladen und spannend!



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