Meister Blonski
Schornsteinfeger und Klassetester

Interview

Die Videos sind sehr humorvoll und witzig gestaltet. Welcher ernste Hintergrund steckt dahinter?

Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, in Handwerksprodukte mit einer entsprechenden Qualität zu investieren. Die Gesellschaft sollte viel mehr über das Thema Nachhaltigkeit nachdenken. Letzen Endes kostet Massenproduktion ziemlich viel Energie – und Rohstoffe sind endlich. Nicht selten ist es so, dass minderwertige Markenprodukte eingekauft werden und dabei mehr Geld ausgegeben wird, als ein Handwerksprodukt gekostet hätte. Außerdem müssen Produkte mit einer schlechten Qualität häufiger neu gekauft werden. So kommt auch immer eine Menge Geld zusammen. Verbraucher sollen am Ende auf ein Produkt mit guter Qualität zurückgreifen, das dann auch lange hält.

Ich bin strikt gegen eine „Geiz ist geil”-Mentalität.

Was ist das Besondere an Handwerksprodukten?

Ein Handwerksprodukt hat, im Gegensatz zu einem industriell hergestellten Produkt, immer auch eine Identität. Es steckt viel Kreativität und auch Liebe darin.

Zeig Massenware, was Klasse ist: Wie sieht Qualität in deinem Beruf aus?

Wir Schornsteinfeger bieten ja eigentlich kein Produkt, sondern eine Dienstleistung. Bei uns zeigt sich Qualität in der Qualifizierung: Mindestens eine Gesellenprüfung, die wir nach eine dreijährige Ausbildung ablegen, ist unser Qualitätsnachweis.

Warum hast du dich damals für die Ausbildung zum Schornsteinfeger entschieden?

Es ist eine schöne, traditionelle Arbeit – sehr selbstständig und kein 08/15-Job. Ich bin viel draußen und habe Kontakt zu Menschen. Viele sehen mich noch als „Glücksbringer” und wollen mich berühren. Einmal hat mich eine Polizistin aufgehalten, weil sie sich Glück für ihre bevorstehende Hochzeit wünschte.

Am Set war doch ziemlich viel los: Was war das für ein Gefühl, vor der Kamera zu stehen und billige Massenware gegen Handwerksprodukte zu testen?

Trotz meiner - wenn auch geringen - medialen Erfahrung war es etwas ganz Besonderes. Von morgens bis abends vor der Kamera zu stehen, ist anstrengend. Die Nacht vor dem ersten Drehtag habe ich nicht ruhig schlafen können. Es sind ja viele Personen an dem Projekt beteiligt und haben dieses schon Wochen und Monate vorbereitet. Aber natürlich war der Spaßfaktor sehr hoch und als wir erstmal drin waren, lief alles bestens.

Der Dreh war für mich etwas Neues, eine Herausforderung. Als Schornsteinfeger stehe ich hinter meinem Handwerk und hinter dieser Aktion. Die Videos sind eine Möglichkeit, Protest auf eine kreative, humorvolle Weise zu üben. Ich kann zur Meinungsbildung beitragen und vielleicht auch meinungsstärkend wirken. Damit die Menschen ihr Verhalten überdenken oder sogar ändern.

Was war dein bester Moment am Set?

Ich mochte alles, was mit Feuer zu tun hatte; wo etwas knallte und explodierte. Aber auch die Momente nach den Drehtagen, als alles fertig und alle Beteiligten glücklich mit dem Resultat waren.

Wer hat’s von euch beiden mehr drauf? Meister oder Gesellin?

Das sollen die Leute entscheiden, die die Videos sehen. Ich glaube, wir sind ein tolles Team und haben gut zusammengespielt.

Mit welchen drei Worten würdest du den Dreh zusammenfassen?

Herausforderung angenommen und gemeistert!



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